Schneidet jemand Zwiebeln – oder liegt es doch an den Kindern?

Jeden Samstag des Pfingstwochenendes um 14 Uhr ist der Große Schrannenfestsaal in Dinkelsbühl fest in Kinderhand. Dann heißt es „Unser Nachwuchs präsentiert sich“, die Talentshow der Siebenbürgisch-Sächsischen Jugend in Deutschland (SJD) steht an. In diesem Jahr war das Programm besonders vielseitig und der Saal dementsprechend bis auf den letzten Platz mit Familien, Freunden und Neugierigen gefüllt. Sieben Einzelkünstler und zwei Kindertanzgruppen fieberten ihren Auftritten entgegen und nach einer kurzen Begrüßung durch die Moderatorin Hanna Müller marschierte die erste Gruppe zum „Siebenbürgermarsch“ auf.

Gruppenbild beim Nachwuchsprogramm im Rahmen des Heimattags 2025 in Dinkelsbühl im Schrannanfestsaal

Die Siebenbürgische Kindertanzgruppe München wurde im Herbst 2022 von Jessica Barth und Sandra Hunneshagen neu gegründet. Auf der Schrannen-Bühne tanzten zehn Kindern im Alter von drei bis elf Jahren den „Müllertanz“ und den „Schustertanz“. Besonders die „Schuhputz-Figur“ zauberte dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht.
Danach traten die jüngsten Einzelkünstler des Nachmittags auf: Maike und Matteo Mai, die gemeinsam ein Muttertags-Gedicht vortrugen. Das Geschwisterpaar, erst seit sechs Wochen Teil der Kindertanzgruppe Ingolstadt, nahm all seinen Mut zusammen und berührte die Zuschauer mit dem Vortrag von „Liebe Mama, hör mal zu“.
Auch der Flügel, der die Bühne schmückte, kam zum Einsatz. Die zehnjährige Elli Ackermann, die seit drei Jahren Klavierunterricht nimmt, spielte gefühlvoll „Am Horizont“.
Ihre achtjährige Schwester Ida sang mit klarer Stimme das Volkslied „Et såß e klie wäld Vijjelchen“ – live begleitet auf der Gitarre. Obwohl Ida den sächsischen Dialekt nur selten hört, hatte sie viel Freude beim Üben und sorgte mit ihrer Darbietung für viele feuchte Augen im Saal.
Die nächste Künstlerin, Malia Müller (zehn Jahre alt) verzauberte das Publikum mit einer träumerischen Melodie am Flügel und nahm es mit ins „Märchenland“. Ihr Bruder Milian hatte ein alpenländisches Volkslied vorbereitet. Seine Großeltern stammen aus Neppendorf, einer der drei Landlergemeinden Siebenbürgens. Begleitet von Gitarre sang er „Iwe’s Pacherl bin i g’sprunga“ – aus dem neuen Buch „Landlerisch g’sunga“. Spätestens beim Jodel-Teil mit dem Text „Holdrio wohl auf der Alm“ wurde mitgeklatscht und geschunkelt. 
Danach trat Marco auf, mit acht Jahren der älteste der drei Mai-Geschwister. Er trug das Gedicht „Liebe Mama“ vor. (Und nächstes Jahr am Schlagzeug, gell Marco? – Versprochen ist versprochen …)
Den krönenden Abschluss bildete die Siebenbürgische Kindertanzgruppe Herzogenaurach, lautstark unterstützt von ihrer stolzen Leiterin Brigitte Krempels. Die 16 Kinder im Alter von vier bis 14 Jahren tanzten die „Schwäbische Tanzfolge“ und den Volkstanz „Hanaks Konter“.

Am Ende des abwechslungsreichen Programms sprach Werner Kloos, stellvertretender Bundesvorsitzender des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland e. V., ein kurzes Grußwort. Er dankte allen, die den „Gemeinschaftsvirus“ der Siebenbürger Sachsen weitergeben, und betonte, wie wichtig Auftrittsmöglichkeiten für die persönliche Entwicklung der Kinder seien. Er hoffe, dass die SJD die Nachwuchsförderung weiter so vorantreibe.

Anschließend appellierte Manuel Krafft, stellvertretender Bundesjugendleiter der SJD, leidenschaftlich an das Publikum: „Wenn es das nicht gäbe, wüsste ich nicht, warum wir überhaupt weitermachen sollten. Wir brauchen mehr Kinder – erzählt rum, wie geil es war!“

Zum Schluss stürmten noch einmal alle Kinder die Bühne – für ein Gruppenfoto und eine kleine Belohnung, die sich alle redlich verdient hatten.

Dank eines engagierten Technik-Teams wurde die gesamte Veranstaltung live gestreamt und kann hier nachgeschaut werden: https://www.youtube.com/live/MjE0JqdjahA?si=5nZnbdMos9IBvMGN

Und wenn euch das gefallen hat – merkt es euch: Auch nächstes Jahr lädt die SJD wieder ein. Wir freuen uns schon jetzt auf unseren Nachwuchs!